Bevor wir zum Stonehenge gefahren sind, haben wir einen Zwischenstop in Bath gemacht. Die Stadt verdient ihren Namen, denn es gibt dort auch heute noch heiße Quellen. Diese waren schon im Altertum bekannt und als die Römer Großbritannien einnahmen, errichteten sie Thermen in der Stadt, die immer noch stehen. Wenn man einige Gulideckel in der Innenstadt anfasst, sind sie wirklich warm und die Therme habe ich auch besichtigt.
Da ich ziemlich viele Fotos gemacht habe, gibt es hier nur einen kleinen Überblick.
Bath liegt an einem Hang, sodass man ins Zentrum der Stadt gelangt solange man nur bergab geht. Und glaubt mir, einige der Steigungen waren echt nicht ohne. Zum Glück hat unser Guide weiter oben geparkt, sodass wir nur nach unten laufen mussten, wo wir später wieder aufgelesen wurden.
Die meisten der Gebäude im Stadtzentrum und bis halb den Hügel hinauf stammen aus der georgianischen Epoche. Das sieht in etwa folgendermaßen aus:
Die Gebäude sind mehrstöckig, wobei mehrere von vorne gleich aussehende Häsuer nebeneinander gebaut sind. Alle haben sie ein Untergeschoss, das früher für die Diener des Hauses vorgesehen war. In den oberen Räumen wohnte die Herrschaft.
Das oben ist der "Royal Crescent" (königlicher Halbmond"), ein Halbkreis aus Gebäuden mit einem fantastischen Blick auf den Rest der Stadt. Es gibt sogar ein Verbot auf der gegenüberliegenden Seite des Hügels zu bauen, um den Ausblick nicht zu ruinieren. Die Miete ist natürlich astronomisch.
Diese Nutzung der kleinen "Terasse" im Untergeschoss fand ich besonders gelungen. So viel grün!
Das hier ist der "Circus". Irgendwie scheinen es die Leute in Bath mit runden Bauten gehabt zu haben, denn auch hier sind die Gebäude im Kreis angeordnet. In der Mitte ist ein Rondell mit Bäumen in der Mitte. Angeblich entsprechen die Größenverhältnisse genau Stonehenge.
Als vernünftige Stadt hat Bath natürlich eine eigene Kathedrale. Später ein paar Einblicke ins Innenleben, aber ich glaube wir alle haben mittlerweile genug Kathedralen gesehen, um eine grobe Vorstellung davon zu haben.
Die nächsten Bilder sind von der Therme, hier von oben. Das hier war das Hauptbecken. Wiederentdeckt wurde die Therme erst um 1900, nachdem sie mehr oder weniger unter Bath "versunken" war, nachdem sie nach dem Abzug der Römer in Vergessenheit geraten war. Daran sieht man auch, dass das Level der Straße sich über die jahrhunderte um einiges geändert hat.
Das obere Bild habe ich in einem anderen Teil des Bads gemacht. Man sieht das heiße Wasser nach oben sprudeln.
Ich bin mir nicht sicher, ob das die Quelle ist, aber es sieht fast so aus. Hier jedenfalls fließ das Wasser heraus, das die Bäder speist.
Und das große Becken vom unteren Bereich aus gesehen.
Das hier war ein kleineres Becken, vermutlich zum Abkühlen nach einem heißen Bad im großen Becken.
Wozu genau das hier gut war weiß ich nicht, aber es sieht spannend aus.
Und jetzt ein paar Bilder aus der Kathedrale. Keine Sorge. Nur wieder ein paar bunte Fenster. ;)
Das hier ist ein Blick auf den Fluss, der durch Bath fliest.
Die Brücke, die hier zu sehen ist, ist eine besondere Brücke. Als ich auf der anderen Seite entlanggelaufen bin, hätte ich nicht geglaubt auf einer Brücke zu stehen. Es sind nämlich Geschäfte auf der Brücke. Die Fenster, die man hier sehen kann, führen zum Beispiel zu einem Café. Wenn man über die Brücke läuft, sieht es aus wie eine ganz normale Straße. Nur wenn man aus den Fenstern in den Geschäften auf der rechten und linken Seite schaut und plötzlich auf Wasser blickt, fängt man vielleicht an sich Gedanken zu machen.
Alles in allem ist Bath eine sehr hübsche Stadt. Und vor allem Leute, denen ständig kalt ist, könnten sich hier dank der Thermen wohl fühlen. Ich bin mir recht sicher, dass es dank des unterirdisch fließenden warmen Wassers in der Innenstadt selbst im Winter nie richtig kalt werden kann. Und zur Not gibt es immer noch die neumodische Therme, in der man tatsächlich schwimmen gehen kann.
Nur ein kleiner Tip zum Wasser: es soll zwar gut für einen sein, aber wie alles Gute schmeckt es einfach ekelhaft.
Wieder einmal merkt man wie fortschrittlich die Zivilisationen vor dem Mittelalter sein konnten... wie immer stell ich mir dann die Frage warum ich von der finsteren Zeit die folgen sollte so beeindruckt bin. Also wenn selbst du die Steigungen so einschätzt, dann muss das schon was heißen... der Baustil ist ein bisschen anders als man es gewöhnt ist, da mag ich die anderen Städte lieber. Dennoch sehr imposant und auch schöne kleine Gärten... und natürlich die obligatorische Kathedrale. Das ehemalige Straßenniveau liegt eigentlich in jeder Stadt unter dem heutigen, dadurch bleibt uns zum Glück auch das ein oder andere erhalten... sehr interessant, ich wusste gar nicht das es dort heiße Quellen geben kann. Sieht auf jeden Fall sehr beeindruckend aus... und wegen den vielen kleinen Säulen kann ich mich täuschen, aber war das nicht eine frühe Form der Fußbodenheizung wo quasi die Luft in den Zwischenräumen erwärmt wurde um den Boden zu heißen. Kathedralen kennt man ja inzwischen schon zur Genüge, aber die Decke gefällt mir sehr muss ich sagen... und das zweite Bild vom Fluss sieht wirklich Hammer aus. Das ist ja mal ne coole Brücke, auf die Idee muss man erstmal kommen und es dann bemerken... stimme dir insgesamt zu, ein hübsches Städtchen, hat einen eigenen Charme wie ich finde. Kalt wird es da bestimmt nicht... bezüglich der heißen Quellen hab ich ja bisher nur Island kennengelernt, aber für dort kann ich auch niemanden empfehlen das Wasser zu trinken, es sei denn man mag Schwefel.
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