Für alle, die es vielleicht nicht wissen: Stonehenge ist ein Kreis aus riesigen massiven Steinen, der in der Steinzeit errichtet wurde. Vermutlich zu religiösen Zwecken oder als eine Art Kalender oder eine Mischung aus beidem.
Ich habe die Tour alleine gemacht, habe aber einige nette Leute kennengelernt, die mit derselben Reisegruppe unterwegs waren. So konnten wir immer Fotos voneinander machen und haben uns auf dem Hin- und Rückweg nett unterhalten.
Von Bath habe ich so viele Fotos, dass ich das erstmal durchschauen muss, aber zu Stonehenge kann ich schon ein paar Bilder posten.
Das ist Stonehenge. Sieht vielleicht nicht so beeindruckend aus, aber später kommt noch ein Bild, auf dem man die Größenverhältnisse ein bisschen besser sieht.
Außerdem muss man bedenken: Dieses Monument wurde in der Steinzeit gebaut. Die Leute hatten noch nicht mal das Rad erfunden und haben es trotzdem irgendwie geschafft diese riesigen Brocken quer durch die Landschaft zu schleppen. Es gibt nirgendwo in der Ecke Steine; das ist alles weite Graslandschaft. Die müssen also ziemlich weit transportiert worden sein.
Das Ding um meinen Hals ist ein "Audio-Guide". Der Gruppenführer hat uns ein bisschen was über Stonehenge erzählt, also brauchten wir den nicht wirklich, aber wer wollte, konnte sich noch extra Informationen darauf anhören.
Das verschafft einen Eindruck von der Landschaft. Jede Menge Wiese und ein paar Schafe. Hügel, wenn überhaupt vorhanden, sind sehr weitgezogen. Und weit und breit keine Steine. Da wundert man sich gleich noch mehr woher diese riesen Dinger kommen.
Das hier war in dem dazugehörigen Museum. So (stellen sich zumindest die Wissenschaftler vor) könnte der Transport der Steine funktioniert haben:
Zurück zu Stonehenge an sich:
Ja, das da hinten sind Menschen. Im Vergleich zu den Steinen echt winzig.
Nochmal Menschen zum Vergleich.
Und der Stein mit der komischen Spitze hatte vermutlich mal ein Gegenstück. Die Spitze hatte den Zweck, dass der Querbalken, der irgendwann mal auf dem Stein und seinem Gegenstück gelegen haben muss, nicht verrutscht. Das wirft die Frage auf wie die Leute die Steine aufeinander legen konnten. Zwei Theorien:
1. Sie könnten einen Erdwall errichtet haben, um den oberen Stein einfach hochzuschieben und hätten dann die Erde einfach weggraben können. Unwahrscheinlich.
2. Sie könnten ein Holzgerüst errichtet haben, um den Stein langsam nach oben zu transportieren. Diese Theorie halten die meisten für wahrscheinlicher.
Was auch immer die richtige ist, es ist ein riesen Aufwand.
Nochmal Größenvergleich mit einem der "kleineren" Steine.
Wenn man zu den normalen Öffnungszeiten hingeht, darf man leider nicht ganz nah rangehen oder in den Steinkreis laufen. Das geht nur wenn man eine Tour ganz früh morgens bucht, wenn nicht so viele Leute da sind und die Angestellten dort ein Auge auf die Menschen haben können. Es gibt eben immer die Idioten, die meinen was von den Steinen abkratzen zu müssen oder zu versuchen die zu verschieben.
Zur Sommersonnenwende und Wintersonnenwende kann man allerdings umsonst nach Stonehenge und darf auch in den Steinkreis - bei Ersterem geht die Sonne auf der Seite auf, von der ich zuerst Fotos hochgeladen habe, das Licht fällt durch die Steinformationen und dann genau auf den Stein in der Mitte des Zirkels. Bei Letzterem geht die Sonne genau in der Mitte des höchsten Tores auf.
Die Theorie dazu ist, dass die Leute sich damals sehr nach der Sonne gerichtet haben und es quasi ihr Gott war. Immerhin hing von der Sonne ab, wann man mit der Ernte beginnen konnte, oder mit dem Sähen von Getreide etc.
Das gehört nicht zu Stonehenge. Natürlich. In der Nähe ist ein Tourismuszentrum, wo die Leute mit dem Auto oder mit dem Bus ankommen und von dort zu Stonehenge gebracht werden. Früher gab es direkt neben dem Monument einen Parkplatz, aber ich finde es besser, dass sie das geändert haben. Jetzt sieht es viel schöner aus, ohne die ganzen Autos und den Lärm.
Das kleine Dorf hier wurde außerhalb des Touristenzentrums gebaut, um den Leuten einen Eindruck davon zu verschaffen wie die Häuser damals ausgesehen haben könnten.
Das hier war im Museum, das sich im Touristenzentrum befindet. So muss Stonehenge mal ausgesehen haben, bevor einige Steine umgekippt oder weggeschafft worden sind. Der Stein mit der komischen Spitze muss zum größten Tor gehört haben und innen sind ganz viele kleine Steine aufgestellt - teilweise mit Gebeinen, die darunter begraben sind. Vermutlich hatte Stonehenge also auch etwas mit der Totenbestattung zu tun, auch wenn vermutlich wenige Leute direkt dort beerdigt wurden.
So sieht es jetzt aus. Es sind nicht mehr viele Steine übrig...
Für die Totenbestattungstheorie spricht auch, dass es in der Nähe ziemlich viele Hügel gab. "Hattest du nicht vorhin gesagt da gibt es wenige Hügel"? Ja, hatte ich. Diese Hügel sind ja auch menschengemacht.
Das da hinten, wo sich der Pfad durchzieht. Das sind Grabhügel, in denen in der Bronzezeit Menschen bestattet wurden. Je näher an Stonehenge, desto wichtiger vermutlich die Person. Eine Theorie (was? Schon wieder eine?) besagt, dass die Menschen in einer Prozession von ihrem Dorf am Fluss zu Stonehenge gegangen sind, um eine Wanderung vom Leben zum Tod darzustellen.
Naja, wie gesagt, es gibt viele Theorien. Welche davon jetzt wahr sind, werden wir vermutlich nie herausfinden.
Ich finde es jedenfalls beeindruckend, dass dieses Monument 3000 Jahre lang ausgehalten hat und man es immer noch sehen kann.
Momentan gibt es Diskussionen darüber, ob man versuchen sollten einige der vorhandenen Steine wieder an ihren ursprünglichen Platz zu stellen, aber dazu gibt es natürlich viele verschiedene Meinungen. Mal abwarten. Vielleicht kann man Stonehenge irgendwann wieder in der alten Pracht bewundern. Allerdings sieht man dem Steinkreis so vielleicht eher sein Alter an.
Aber darüber dürfen sich andere Leute streiten. Und wenn sie sich entschieden haben, gehe ich vielleicht nochmal hin. ;)
