Erinnert ihr euch noch daran wie ich euch mein Zimmer vorgestellt habe? Ja? Dann erinnert ihr euch auch noch daran, dass sie öfter Leute aussperren? Ja?
Sehr ihr wo das hinführt?
Vor knapp zwei Wochen habe ich mich tatsächlich aus meinem Zimmer ausgesperrt. Es war Sonntagmittag, ich stand im Schlafanzug vor meiner Zimmertür und die Schlüsselkarte war drinnen. Normalerweise habe ich sie immer an meinem Schlüsselbund in einer Kartenhülle, aber den Abend davor hatte ich sie fürs Formal Dinner rausgenommen, um sie dort durch den Scanner zu ziehen. Und leider hatte ich vergessen sie wieder in die Hülle zu tun.
Meinen Schlüssel hänge ich immer extra an die Türklinke, damit ich ihn automatisch mitnehme, sobald ich mein Zimmer verlasse. Tja, das hatte ich auch, nur leider war die Karte nicht dran...
Da stand ich also. Im Schlafanzug. Nicht mal einen BH an. In Filzhausschuhen. Ohne Schlüsselkarte. Ohne Handy.
Zuerst habe ich versucht mit dem Telefon im Wohnzimmer die Porter's Lodge anzurufen, damit wir jemand von denen mein Zimmer aufschließt. Allerdings hat das irgendwie nicht funktioniert.
Danach bin ich überall im Haus herumgelaufen und habe versucht jemanden mit einem funktionierenden Handy zu finden, aber niemand hatte mehr Guthaben und keiner hatte Zeit für mich zur Porter's Lodge zu gehen. Bei einem Mädchen hat das Handy dann tatsächlich funktioniert und ich hatte den Pförtner am Hörer - nur damit nach den ersten paar Sätzen der Anruf abgebrochen wurde.
Zum Glück saß am Computer im Gemeinschaftsraum eine nette Mitbewohnerin, die mir eine Winterjacke und Schuhe geliehen hat (und einen Schal). Der Nachteil: All ihre Sachen waren ungefähr drei Nummern zu klein!
Ihr müsst euch also folgendes Bild vorstellen:
Ich, in einem viel zu kleinen grauen Parka, dessen Reißverschluss ich gerade so zubekommen habe - was allerdings bedeutet hat, dass ich meine Arme nicht an den Körper legen konnte und rumlaufen musste wie ein Pinguin.
Die geliehenen Schuhe waren weinrote Stöckelschuhe, in denen ich im wahrsten Sinne des Wortes herumgestöckelt bin. Oder gewatschelt, bleiben wir bei der Pinguin-Analogie. Abgerundet wird das Ganze mit einem roten Schal und einer grauen Schlafanzughose. Und immer noch kein BH (was man wegen der Jacke glücklicherweise nicht erkennen konnte).
So habe ich es tatsächlich zur Porter's Lodge geschafft (10 Minuten Fußweg, also 20 wenn man Hin- und Rückweg zusammenzählt) und habe mir einen Ersatzschlüssel für mein Zimmer geholt. Auf dem Rückweg taten mir allerdings die Füße so weh (drei Nummern zu kleine Schuhe!!!), dass ich lieber die Schuhe ausgezogen habe und barfuß nach Hause gelaufen bin. Ja, im Herbst. Die Blicke der anderen Passanten waren genial. xD
Die Zusammenfassung:
-Die Fechtklamotten sind nicht mehr das Seltsamste, was ich hier je anhatte
-Ich werde nie wieder meine Schlüsselkarte vergessen
Irgendwie hab ich das Kommen sehen... dass es dann aber solche Züge annnimmt hätte ich nun auch wieder nicht gedacht. Da hast du ja wirklich einen goldenen Moment erwischt... das muss ja wirklich ein witziges Bild gewesen sein, auch wenn du es wahrscheinlich in dem Moment nicht so witzig fandest. Barfuß im Herbst... das klingt nach einer Nummer die ich normalerweise bringen würde. Du schaffst es schon irgendwie immer die Blicke der Passanten auf dich zu ziehen, obwohl du das gar nicht willst... jetzt fühl ich mich irgendwie besser wenn ich an meine Fußgeschichte von der Islandexkursion denke.
AntwortenLöschenNaja, meine Tollpatschigkeit ist eben auch in England am Werke. ^^
LöschenIch habe das ganze eher mit Humor genommen. Den Tag hatte ich sowieso nicht mehr viel vor und die Gesichter der mir entgegen kommenden Leute zu sehen hat mich definitiv aufgemuntert.
Solange du dich jetzt besser fühlst... :P
Ich wollte das Kind aus Höflichkeit nur nicht beim Namen nennen XD
LöschenDas kann ich mir sehr gut vorstellen ^^
Aber nur ein bisschen <.<